Medizin-Camp

Bereits in Deutschland hat Dr. Mary Asiyo-Vogel, praktizierende Augenärztin in Lübeck, die Informationen über ihren bevorstehenden Kenia-Besuch weitergeleitet und die Organisation eines Medizin-Camps in Zusammenarbeit mit der dortigen Gemeindeschwester, Frau Alice Oima, organisiert.

 

Am Dienstag, 21.07.2009 war es dann soweit, Frau Dr. Asiyo-Vogel und Frau Oima fuhren mit dem Kleinbus (von der Familie Asiyo inklusive Fahrer kostenlos für Sequoia Deutschland zur Verfügung gestellt – auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön!!!) in die nächstgrößeren Städte und  arbeiteten die medizinische Bedarfsliste ab, teilweise unter extrem suboptimalen Bedingungen.

 

Das letzte Medizin-Camp fand im November 2008 statt und lag damit schon mehr als acht Monate zurück.

Allein die Aufstellung der benötigten (zu erwartender Bedarf?) Medikamente und medizinischen Utensilien sowie der zu beschaffenden Ausrüstungsgegenstände erforderte ein hohes Maß an Organisationstalent:

-          Flakons und Fläschchen zum Abfüllen vom Medikation aus Großpackungen

-          Tupfer, Pflaster, Handschuhe

-          Mikroskop-Träger

-          Impfungen

-          Injektions-Zubehör

-          steriles Verbandsmaterial

-          diverse Blut-, Urin-, Stuhl-Tests

-          Wasser sowie die Verpflegung und die notwendigen Zutaten für die Essenszubereitung vor allem für weitgereiste Patienten und für Kinder, die alle schon früh am nächsten Morgen erwartet wurden und von denen sich viele bis in den späten Nachmittag hinein gedulden mussten.

-          Teller, Becher und Kannen in „Sequoia Deutschland“-grün, auch zur Wiederverwendung für die Verpflegung der Menschen

-          Reet-Matten zur Abgrenzung für die Privatsphäre der Patienten

Am Morgen des 22.07.2009 begann der Aufbau des Medizin-Camps. Mrs. und Mr. Asiyo stellten ihr Grundstück für die Durchführung zur Verfügung. Es wurden ein Männerbereich, eine Frauen-Abteilung, die Kinder-Abteilung, eine Augenklinik, ein Bereich für Voruntersuchungen, für Säuglings-Impfungen, für Vorsorge, ein Labor-Bereich und eine Apotheke eingerichtet.

  

Frau Oima mit einigen Helfern.

 

Die Apotheke mit den von Sequoia Deutschland finanzierten Medikamenten

 

Kurz nach neun Uhr gab es eine letzte Vorbesprechung aller beteiligten Ärzte, Apotheker, Assistenten, Techniker und Gemeindehelfer.

Hier hatte Frau Cathrin Potlitz in ihrer Funktion als erste Vorsitzende von Sequoia Deutschland die Gelegenheit, sowohl den Verein vorzustellen als auch die Position als Sponsor dieses Medizin-Camps darzustellen.

Frau Oima, die Gemeindeschwester, übernahm die Schlüsselrolle bei der Organisation und der Verteilung der einzelnen Bereiche sowie der Zuteilung der Gemeindehelfer.

Nichtsdestotrotz war es Frau Dr. Asiyo-Vogel, die es verstand, mit ihrem Überblick, Engpässe zu vermeiden und einen optimalen Fluss des Camps zu gewährleisten.

  

 

Frau Dr. Asiyo-Vogel bei der Patientenuntersuchung in der Augenklinik.


Unvorstellbar für Europäische Verhältnisse gab es halbe, ausgerissene Seiten aus DIN A 5-Schulheften als Krankenblatt und Rezeptvordruck. Doch wurden diese Dokumente auch von den Patienten selbst extrem diszipliniert gehandhabt und ein jedes Gemeindemitglied sorgte für seine „Krankenakte“, indem diese Zettel sehr sorgfältig aufbewahrt werden und auch zu jeder Folgeuntersuchung wieder mitgebracht werden.

Die Küche der Familie Asiyo kümmerte sich um die Zubereitung und Verteilung der Verpflegung für mehrere Hundert Menschen.In der Summe waren 19 Gemeindehelfer für das diesjährige Camp nötig, darunter die Schwester, ein Apotheker und ein Medizintechniker. Fast alle von ihnen haben bis um 21.00 Uhr abends gearbeitet. Dafür erhielten die Helfer eine Auslagenentschädigung von Sequoia Deutschland (für Hin- und Rückfahrt, Wasser, Verpflegung, etc.) zwischen 500 und 2.000 KSH, die Schwester erhielt 5.000 KSH und mit dem Medizintechniker wurden Gesamt-Laborkosten in Höhe von 12.500 KSH abgerechnet.

  

Es war beeindruckend, zu erleben, wie wichtig solche lokalen Gemeindehelfer für die Menschen dort sind. Zwar ist die offizielle Sprache in Kenia entweder Englisch oder Suaheli, aber durch die Verteilung der Stämme über das Land werden häufig lokale Sprachen gesprochen. In der Gemeinde Wikondiek, die zum Gebiet des Luo-Stammes gehört, ist das natürlich Luo. Aus diesem Grund fühlten sich die Patienten, die sprachlich stark verwurzelt sind sowie viele, die auch einfach ihre Geschichte loswerden wollten, bei den lokalen Helfern gut betreut.

 


Insgesamt wurden gemäß dem abschließenden Bericht der Gemeindeschwester mehr als 800! Patienten bei diesem Camp betreut, über 480 Patienten erhielten eine medikamentöse Therapie und wurden durch die Apotheke versorgt, das Labor lieferte für über 150 Patienten Auswertungen. Weit mehr als 160 Patienten wurden bereits am 22. Juli in der Augenklinik untersucht und viele der direkt Ortsansässigen wurden gebeten, am nächsten Tag, dem 23.07.2009, wiederzukommen, da die Kapazitäten des Camps am 22. Juli 2009 mehr als erschöpft waren.Für jeden Helfer war mehr als genug Arbeit da. Am Folgetag wurde mit einer Stamm-Mannschaft bis zum Mittag weitergearbeitet.

  

Alle Kinder der Vorschule und der Grundschule sowie viele der weiterführenden Schule erhielten eine Vorsorgeuntersuchung und wo nötig auch medizinische Versorgung. Besonders bei der Vorschule wurden auch die Erzieherinnen über Krankheitsbilder und Therapie der Kinder zwecks weiterer Überwachung informiert.

Die am häufigsten diagnostizierten Krankheiten waren Malaria, Amöbiasis, Bilharziose und Typhus.

Die Kosten für das Camp setzten sich zusammen wie folgt:

                1. Medikamente, medizinisches Material               53.611 KSH

                2. Ausstattung, Verbrauchsmaterial

                    (z.B. Teller, Tassen, Reet-Matten, Holzkohle,

                    Schreibblöcke, Stifte, etc.)                                       15.511 KSH

                3. Nahrungsmittel, Wasser                                          13.700 KSH

                4. Gemeindehelfer                                                        19.000 KSH

                5. Laborkosten                                                                12.510 KSH

                Summe:                                                                           114.332 KSH

In ihrem abschließenden Bericht erwähnte die Gemeindeschwester, dass aus Gründen des Behandlungserfolgs unbedingt Folge-Camps stattfinden sollten, am besten zwei im Abstand von einer und drei Wochen. Außerdem wäre es sinnvoll, einen bestimmten Vorrat an Medikamenten für akute Fälle zur Verfügung zu haben.

Hier belaufen sich die geschätzten Kosten jeweils für ein Folgecamp auf 15.000 KSH plus Labor 5.000 KSH, wobei ausreichend Medikamente zur Bevorratung einkalkuliert sind.

Für diese Folgekosten unseres Camps fand sich spontan ein Sponsor, der 40.000 KSH vor Ort überreichte.

Für die Zukunft hoffen wir - eventuell auch zusammen mit unserem Partnerverein in den USA - regelmäßige Medizin-Camps organisieren zu können und zwar in dreimonatigem Rhythmus.

Dabei rechnen wir dann aufgrund der Regelmäßigkeit mit etwa 500 Patienten pro Camp und Kosten wie folgt:

                               Medizin-Camp                    50.000 KSH
                               Labor                                    10.000 KSH
                               1. Folge-Camp                     15.000 KSH
                             
 Labor                                      5.000  KSH
                              
2. Folge-Camp                     15.000 KSH
                              
Labor                                      5.000 KSH
                               
Summe                               100.000 KSH

Ein Medizin-Camp kostet in der Summe also umgerechnet etwa 1.000 €.

Die regelmäßige Durchführung ist nur mit zuverlässigen Sponsoren bzw. regelmäßigen Spenden-Einnahmen zu schaffen.

Wir sind auf der Suche.

Helfen auch Sie uns durch Ihre Überweisung unter dem Stichwort "Medizincamp".

Kontoverbindung:

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BLZ 230 901 42
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Konto-Nr. 555 355
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